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Franken

Wie das benachbarte Dorf Schwaben bewahrt auch das „Dorf der Franken“ unverändert im Ortsnamen die Erinnerung an die Ursprünge  seiner Begründer. Die bäuerlichen Einwanderer kamen aus den ostfränkischen Gebieten zwischen Fulda, Nürnberg und Rothenburg, um sich im „Wildland“ eine neue Heimat zu schaffen. Das geschah Anfang des 12. Jahrhunderts auf Befehl des sächsischen Grafen Wiprecht von Groitzsch und stand auch mit dem beginnenden "Lockruf "der Silberfunde im Erzgebirge in Verbindung.
Die Siedler folgten meist den Bachläufen der nördlichen Waldtäler an der Mulde. Mit der Rodung entstand freier Boden für ihre Wohnstallhäuser und sie schlugen Ackerschneisen, die sogenannte "Hufen" in den Wald. Aus dem Nebeneinander dieser „Hufen“ ergab sich das "Waldhufendorf" als typische deutsche Dorfanlage im waldreichen Hügel- und Bergland.
Franken ist wahrscheinlich eine der ersten Dorfgründungen und ein Beleg für die systematische Besiedlung dieser Gegend. Das Dorf
gehörte bis zum Jahre 1488 zum Benediktiner Nonnenkloster Remse. Danach fiel es als Vasallendorf unter die Herrschaft der Schönburger.
Eine Besonderheit Frankens ist die im Jahre 1836 geweihte Dorfkirche mit klassizistischen Stilelementen. Dieser ortsprägende Schinkel- Nachfolgebau entstand unter dem Patronat des Fürsten Otto Victor I. von Schönburg-Waldenburg. Vor einigen Jahren noch zeigte die Kirche einen traurig verfallenen Zustand, aber durch neue Ideen und Konzepte konnten Dorfgemeinde und der „Förderverein Kirche Franken e.V.“ das Bauwerk als "Begegnungs- und Veranstaltungszentrum Kirche Franken" wieder reaktivieren. Damit wird das dominante Gebäude nicht mehr als geweihte Kirche genutzt, sondern stellt innerhalb der Muldentalregion einen idealen Veranstaltungsort für Konzerte, Ausstellungen, Hochzeitsfeiern, Jubiläen und Seminare dar.
Im kleinsten Dorf der Ortsteile gibt es viel zu entdecken. So findet man im "Denkmalhof Franken" neben der 5 Sterne Ferienwohnung eine der umfangreichsten privaten volkskundlichen Sammlungen mit Zeugnissen bäuerlicher Kultur und Lebensweise des "Altenburger Landes". Über Jahrzehnte wurde die „Petermannsche Sammlung“ vom Sammlerehepaar Schraps vervollständigt.
Der 1997 gegründete Backofenverein baute das einstige Feuerwehrhaus zum Dorfbackofen um und bäckt zu verschiedensten Anlässen auf altfränkische Weise Holzofenbrot und Kuchen.
Eine weitere Besonderheit ist das wahrscheinlich älteste sächsische Bauernhaus aus dem späten 15. Jahrhundert ( "Altes Haus" genannt), das aus dem wenige Kilometer entfernten Wickersdorf nach Franken umgesetzt wurde, um es vor dem Verfall an seinem ursprünglichen Standort zu retten. Seit 2006 steht ein weitereres aus Hohenstein umgesetztes Gebäude am "Alten Haus" in Franken. Dieser seltene Blockspeicher aus dem frühen 18. Jahrhundert ergäntzt das historische Dorfensemble überzeugend.
Der kleine Ort Franken hat seine mittelalterliche Dorfstruktur bis heute authentisch bewahren können und ist ein gelungenes Beispiel denkmalgerechter Dorfentwicklung und Erneuerung.








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