Töpferstadt Waldenburg
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Schwaben

Das Dorf Schwaben liegt nördlich von Waldenburg in einer Talsenke die schon den Übergang in das Altenburger Land andeutet. 
Die Besiedlung erfolgte analog zu vielen Orten der Region auf Veranlassung des Grafen Wiprecht von Groitzsch im 12. Jahrhundert. Der Name entstand durch die Herkunft der Siedler, die aus dem Schwabengau (Saale, Bode, Unstrut) kamen. Für Schwaben liegen recht frühe und eindeutige Ortsschreibweisen vor, die auch wenig voneinander abweichen. So wird das Dorf unter den Bezeichnungen "Swaben" (1290, 1390, 1488), "Villa swaben" (1301), "Swawen (1390),  "Swobenn" (1497), "Schwobenn" (1546), "Schwaben" (1547, 1720, 1823) in verschiedenen Quellen geführt.
Es wird davon ausgegangen, daß Schwaben seit dem 12. Jahrhundert mit dem Kloster Remse in Verbindung gestanden hat. Darauf weisen eine urkundliche Erwähnung 1390 und der heute noch bestehende „Mönchsteig“ zwischen Schwaben und Remse hin.
Ein gerichtliches Urteil von Kurfürst Friedrich dem Weisen von 1488 beschloss, daß vier Dörfer des Remser Klosters (darunter Schwaben) an Ernst von Schönburg abzutreten sind, sodaß Schwaben (mit Ausnahme einiger Hofstellen) zu einen schönburgischen Vasallendorf wurde.
Nach der Trennung vom Kloster Remse gehörte Schwaben mit Dürrenuhlsdorf und Schlagwitz kirchlich zu Wolkenburg. Doch ab dem Jahre 1533 bewog Ernst von Schönburg die Schwabener sich nach Waldenburg einpfarren zu lassen. Seitdem gehört Schwaben zur Herrschaft Schönburg.
Seit 1683 ist ein Schulunterricht im Dorf nachzuweisen. Der Bau eines Schulgebäudes ist 1768 in kirchlichen Quellen vermerkt, aber das heute unweit der Kirche stehende Schulgebäude wurde 1857 gebaut und wird jetzt als Wohnhaus genutzt.
Die Dorfkirche zu Schwaben wurde vermutlich im 15. Jahrhundert im spätgotischem Stil errichtet. An Hand einiger bauaräologischer Befunde ist denkbar, daß auch hier eine romanische Kapelle in diese Bauphase des 15. Jahrhunderts integriert wurde. Später erfolgten zahlreiche Umbauten, so z.B. 1613 Einbau eines Uhrwerkes, 1684 Renovierung der "auf höchsten Grad ruinirten" Kirche,  1776 Enfernen der Gewölbedecke im Chorraum, 1801 Veränderung des Kirchgestühls, 1824 umfangreiche Veränderungen im Kirchenschiff und Orgelneubau, 1850 Anbau einer Sakristei, 1899 Umbau und Renovierung mit Erneuerung der Orgel. 

Ein Highlight in Schwaben ist das jährliche Dorffest am Ersten Wochenende im Juli, welches von der FFW und dem Jugendclub Schwaben organisiert wird. Das erste Mal fand es im Juli 1991 in der ehemaligen Kirchschule statt.