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Evangelisch-Lutherische St. Bartholomäus - Kirchgemeinde Waldenburg

Kontakt:

E-Mail: kg.waldenburg_stbartholomaeus@evlks.de

  Telefon Pfarramt:  (037608) 22585;  Fax:  (037608) 28861
  Pfarrer Ulrich Becker:  (037608) 28862
   
Die Stadtkirche St. Bartholomäus findet am 18. November 1376 ihre erste Erwähnung. Nach der Zerstörung von Burg und Stadt 1430 während der Hussitenkriege wurde die Kirche bald wieder aufgebaut, denn bereits 1437 ist die Existenz eines Nebenaltars, des sogenannten Kaland-Altars, bekannt.
Als „Kirche unserer lieben Frau“ besaß die Stadtkirche neben dem Hochaltar vier Nebenaltäre: den Kaland-Altar der gleichnamigen Bruderschaft, die sich der Armen- und Krankenpflege sowie der Kirchenmusik verschrieben hatte; weiterhin den vom 1481 verstorbenen Pfarrer Albrecht Crywitzsch gestifteten Annen-Altar in Erinnerung an die Mutter Mariens; den 1523 erwähnten Altar der Bruderschaft der Schuster; und letztlich den 1534 erstmals erwähnten Trinitatis-Altar, dessen nach der Dreieinigkeit von Gott Vater, Sohn und Heiligem Geist ebenso genannte Bruderschaft sich besonders um das Wohl alter und gebrechlicher Frauen sorgte.

Hugo von Schönburg-Waldenburg (1530–1566) übernahm 1556 die Herrschaften Waldenburg und Lichtenstein. Als Erinnerung an ihn wurde ein prächtiges, 6,50 m hohes Epitaph aus Sandstein aufgestellt. 1567 von Christoph Walther (1534–1584) geschaffen, gibt es den in ewiger Anbetung vor dem Gekreuzigten knienden Schönburg wieder.
Seitlich sind Szenen des Alten und Neuen Testaments zu sehen: die Erschaffung Adams, das Opfer Noahs sowie Christi Geburt und Taufe. Außerdem werden die Propheten Mose und Elia, die Apostel Petrus und Johannes, die Evangelisten und Gott Vater dargestellt. Der segnende Christus überragt das Epitaph.

Bei einem Stadtbrand am 8. Februar 1580 wurde die Kirche zum großen Teil ein Opfer der Flammen. Aus der Kirchenbauphase nach 1580 stammen die Stern- und Netzrippengewölbe aus Rochlitzer Porphyr. Der hohe Dachstuhl mit dem Dachreiter wurde ebenfalls nach 1580 neu errichtet - wohl auch die Sakristei zu dieser Zeit erbaut. Die drei größeren Glocken der Kirche waren unmittelbar nach dem Brand 1580 / 1581 in der Freiberger Gießerei Hilliger gegossen worden. Seit 1598 sind für den Turm der Stadtkirche vier Glocken erwähnt. Ob die kleinste Glocke aus dem 13. Jahrhundert erst in jenen Jahren in die Kirche gelangte, oder aus der alten Kirche stammt und den Brand von 1580 überstanden hatte, ist nicht geklärt. Die Bauarbeiten zogen sich bis 1598 hin. In diesem Jahr errichtete Georg Koch eine neue Orgel, für die Georg II. von Schönburg-Waldenburg mehrere Zentner Blei und Zinn geschenkt hatte. 1720 wurde im Turm das heute noch funktionstüchtige Uhrwerk der Turmuhr eingebaut. Die Kirche geriet trotz häufiger Stadtbrände erst im November 1849 wieder in Gefahr, als ringsum mehrere Häuser abbrannten.
Im Jahr 1874 erfolgte eine komplette Neufassung des Innenraumes in neogotischen Formen unter der Bauleitung des Architekten Gotthilf Ludwig Möckel (1838-1915). Bereits 1888 kam es zu erneuten Baumaßnahmen. Nun erhielt auch das Äußere der Kirche ein neogotisches Erscheinungsbild.

Anlässlich Luthers 450. Geburtstags wird am 10. Dezember 1933 die Stadtkirche erstmals offiziell „Sankt Bartolomäuskirche“ genannt.

1935 wurde durch den Dresdener Architekten Fritz Steudtner ein Gutachten zum Zustand der Kirche verfasst. Am 16. Mai 1936 kam es zur baupolizeilichen Sperrung der St. Bartholomäuskirche wegen drohender Einsturzgefahr des Gebäudes.
Zwischen 1936 und 1939 vollzog sich unter Leitung Fritz Steudtners eine umfassende Sanierung des Sakralbaus. Sämtliche Einbauten der neogotischen Phase entfernte man. Das gesamte Kircheninnere erhielt so seine würdigen und schlichten Formen der zweischiffigen Hallenkirche aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts zurück.
In den Baujahren fanden die Gottesdienste der Gemeinde in der Kapelle des Schlosses Waldenburg statt. Dessen Eigentümer, Günther Fürst von Schönburg-Waldenburg (1887–1960), zahlte privat die Hälfte der umfangreichen Gesamtbaukosten an der St. Bartholomäuskirche, da das Landeskirchenamt nur 50% der Bausumme bewilligte und die Kirchgemeinde ihren Eigenanteil nicht aufbringen konnte.
Es ist der Großzügigkeit dieses Kirchenpatrons zu verdanken, dass es das Gotteshaus heute überhaupt noch gibt ! Am 27. August 1939, wenige Tage vor dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges, fand die Wiederweihe der Kirche statt.
Während der DDR-Jahre ist durch Eigenleistungen der Kirchgemeinde der Erhalt des Bauwerkes gesichert und 1963 / 1964 der Turm neu gedeckt worden. Zwischen 1985 bis 1990 fand eine komplette Innen- und Außenrenovierung statt.
Die St. Bartholomäuskirche ist heute, wie von Alters her, ein Ort der Gemeinschaft.
(Auszüge aus der Chronik „Zwischen Residenz und Töpferscheibe“)






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