Töpferstadt Waldenburg
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Lutherkirche Waldenburg

Kontakt:
Pfarrer Ulrich Becker
Telefon: (037608) 28862


Diese Kirche wurde in den Jahren 1823 bis 1824, nach einem Entwurf des Architekten Albert Geutebrück erbaut. Sie ist ein Nachfolgebau für die frühere etwa 500 Jahre alte Altstädter Kirche. Anfang des 14. Jahrhunderts wird auch erstmals der Name eines Altstädter Pfarrers bekannt, womit gleichzeitig die Existenz einer Kirche nachgewiesen ist.
Um der stetig zunehmenden Einwohnerzahl des Ortes und den häufigen Gästen gerecht zu werden, kam es 1799 zu dem Entschluss, die ehrwürdige Kirche einer Generalreparatur mit Gebäudevergrößerung zu unterziehen. Bauschäden und zu wenig Platz führten dann 1823 zum Abbruch des Bauwerkes.

Am 19. Dezember 1824 feierte die Gemeinde in einem festlichen Gottesdienst die Weihe ihres neuen Gotteshauses.

Die im klassizistischen Baustil errichtete Saalkirche hatte durch den Einbau einer 2. Empore nun Platz für rund 400 Gemeindeglieder. Es entstand ein schlichter Sakralbau, dessen architektonische Besonderheiten auf das Kirchenschiff konzentriert sind. Eine flache oval verlaufende Decke und die Emporen werden von 14 Säulen getragen. An den früheren Bau angelehnt befinden sich rechts und links des Altarraumes, ebenerdig und auf der ersten Empore, jeweils zwei Kapellen. Zwei weitere Kapellen bilden mit drei verglasten Türen den Abschluss des Schiffes zum anschließenden Turmvorraum.

1890 wurde die Kirche durch Malermeister Pomber aus Oberwiera renoviert, wobei das Innere der Kirche mit Sprüchen und Symbolen an den Emporen ein stark verändertes Aussehen erhielt.
1893 konnte die Kirchgemeinde ein neues Pfarrhaus errichten und 1898 nach einem Umbau den Kirchturm mit Helm und Laterne bekrönen. Dabei wurde auch die aus dem Vorgängerbau stammende, 1766 angeschaffte Kirchturmuhr repariert, von der heute nur noch das Uhrwerk über dem Glockenboden vorhanden ist.
Wie in vielen Kirchen des Landes wurden im 1. Weltkrieg zwei Glocken des erst 1903 angeschafften bronzenen Geläutes und die Zinnpfeifen des Orgelprospektes zu Kriegszwecken beschlagnahmt. Unter großen Anstrengungen gelang es nach leidvollen Jahren, 1922 wieder drei Bronzeglocken anzuschaffen, welche in der Glockengießerei Bierling in Dresden gefertigt worden sind. Weitere zwölf Jahre hat es gedauert, bis auch die Orgel durch die Firma Jehmlich wieder in den früheren Zustand versetzt werden konnte.

Im 2. Weltkrieg wurde das Altstädter Kirchengeläut durch Beschlagnahme noch einmal dezimiert und nach langen Verhandlungen 1950, mit Hilfe vieler privater Spenden, durch drei einfache Glocken aus Klangstahl ersetzt.
Zu dieser Zeit hatte die Lutherkirche mit 1500 Erwachsenen die höchste Gemeindegliederzahl in ihrer Geschichte und es entwickelten sich vielfältige Initiativen auch über die Gemeindebelange hinaus. Dazu gehört unter anderem eine Gemeindeoffene Jugendarbeit, die auch über politische Epochen hinweg weiterlebt. 

Wie ehemals mit Niederwinkel geschehen, kam am 29. März 1933 nach einem ausgehandelten Vertrag die Kirche von Oberwinkel zum Amtsbereich der Altstädter Pfarrstelle hinzu.

Der Blick aus heutiger Sicht zeigt das Fortbestehen einer inzwischen über 700 Jahre währenden christlichen Verkündigung an diesem historischen Ort Altstadt Waldenburg.
(Auszüge aus der Chronik „Zwischen Residenz und Töpferscheibe“)






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