Töpferstadt Waldenburg
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Rathaus

Das Rathaus von Waldenburg gehört zu den ältesten Gebäuden der Stadt. In der Stadtchronik belegt die Eintragung „1473 Ist das Rathaus alhier gekauft worden, zuvor hatt man keines gehabt.“ den Ursprung des Rathauses. Der Rat nutzte offensichtlich ein bestehendes Bürgerhaus weiter, ohne das ein Neubau entstand. In den Jahren 1528 bis 1531 baute der „regierende Rat“, mit Unterstützung durch Ernst von Schönburg, das erste zweckbestimmte Rathaus. Die noch in den heutigen Gasträumen des Ratskellers vorhandenen Türgewände und das überstabte Kreuzrippengewölbe sind sehr wahrscheinlich Belege dieser ersten Bauphase. Bei dem großen Stadtbrand 1580 wurden weite Teile der Oberstadt, die Stadtkirche und das Rathaus zerstört. Ob nach dieser Brandkatastrophe ein Neubau erfolgte, oder lediglich Reparaturen bzw. Veränderungen das geschädigte Bauwerk überformt haben ist nach derzeitiger Quellenlage nicht zu klären.
Ein weiterer verheerender Stadtbrand vernichtete 1727 auch das Rathaus. Der Überlieferung nach soll der Neubau im Stil des Vorgängerbaues gestaltet worden sein. Denkbar wäre, daß unzerstörte Teile des Bauwerks in den Neubau integriert wurden und dadurch eine Mischung von Renaissance- und Barockformen zustande kam. Über den Bau des heutigen Rathauses gibt die Inschrift der Steinkartusche von 1731, oberhalb des Eingangsportals, Auskunft.
Die Textstellen, „ Anno 1727 den 6. Juli zur Nacht sind 143 Häusser dieses Rat-Hauß ... abgebrannt, Anno 1730 unter Regierung des Hochgebohrenen Graffen und Herrn von Schönburg ... zu bauen angefangen, aber Anno 1731 ... mit großer Sorgfalt ausgebauet, Renovieret, der Thurm mit Schieffer bedeckt, auch ein Neu Uhr-Werk angeschaffet worden.“, lassen keine baugeschichtlich eindeutigen Aussagen über das Ausmaß der Brandschäden und die Art oder den Umfang eines Neubaues zu. Es bleibt daher offen wieviel Substanz früherer Bauphasen im heutigen Rathausgebäude, außer der im Untergeschoss sichtbaren, noch verborgen ist.
Zehn Jahre später (1741) baute man die „ steinerne neue Brotbank und Treppe“ marktseitig als Eingang an. In den Schriftquellen werden bauliche Veränderungen erst wieder Ende des 19. Jahrhunderts erwähnt. Belegt sind die Erweiterung durch einen Anbau 1882 und die Vergrößerung der Verwaltung mit dem Zukauf des benachbarten Hilpertschen Hauses 1894. Für das Jahr 1909 werden „Erneuerungen“ von Schankräumen und Ratsweinstube vermerkt. Weitere Veränderungen folgen 1919 mit dem Rückbau des Tanzsaals zum Sitzungssaal, Einbau einer Zentralheizung und Renovierung der Geschäftsräume. 1935 ließ der Stadtrat die Freitreppe (sogen. Brotbank) umgestalten. Die Möglichkeiten nach der „Wende“ brachten auch dem denkmalgeschützten Rathaus eine generelle Aufwertung. Es gelang durch bauliche Umstrukturierung originale Bausubstanz mit den Erfordernissen einer modernen Verwaltung und mit einer traditionsreichen Gastronomie des „Ratskellers“ zu verbinden.






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