Geschichte
Zeitleiste ab 1945
1945–58 Glänzelmühle als Kindererholungsheim genutzt
01.07.1948 TBC-Heilstätte im Schloss eröffnet
1954 700-Jahr-Feier Waldenburg
Das verheerende Hochwasser 1954 traf Waldenburg zur 700-Jahr-Feier und riss neben Hab und Gut der Schausteller auf dem Freiheitsplatz auch einen Pfeiler der Muldenbrücke weg, sodass diese einstürzte.
1955 erste Neubauten am Stadtrand in Richtung Altenburg
1963 werden weitere Wohnblöcke errichtet, es entsteht die Dr.-Otto-Nuschke Straße
1957 Großbrand am Markt
1957 brach ein Großbrand im Hotel „Deutsches Haus“ am Markt aus und vernichtete neben dem „Deutschen Haus“ auch das Hotel „Goldener Löwe“ und angrenzende Wohngebäude an der oberen Marktseite. Diese Häusergruppe wurde in Anlehnung an die alten Bauten als Wohn- und Geschäftshäuser wieder errichtet.
1962–1967 Dammbau
Nach dem dramatischen Hochwasser von 1954, bei dem selbst die Rote Armee die Hilfskräfte durch Rettungsaktionen unterstützte, wurde das Projekt über den kompletten Ausbau der Schutzdämme wieder aus der Schublade geholt. Nach etlichen Planungsjahren konnte man 1962–1967 die vollständige Eindeichung Waldenburgs abschließen.
1968 Bau des neuen Sommerbades
1927 wurde vom Naturheilverein Waldenburg das erste Sommerbad eröffnet. Es erfüllte bis Anfang der sechziger Jahre so recht und schlecht seinen Zweck. Da es den hygienischen Bedingungen nicht mehr entsprach, wurde 1968 das jetzige Sommerbad erbaut. Es umfasst ein Wettkampfbecken mit 50-m-Bahn und einer Sprunganlage (3-m-Turm und 1-m-Brett) sowie ein Nichtschwimmerbecken mit großer Rutsche. Des Weiteren gibt es noch ein Planschbecken für die Kleinsten und moderne Sanitäranlagen und Umkleidekabinen. Terrasse, Bänke und gepflegte Liegeflächen laden zum Verweilen ein.
1979–1982 Eigenheimsiedlung „Am Wiesengrund“ in Altwaldenburg
1984 Schloss als Fachkrankenhaus
Am 1. Januar wurde das Schloss zum Fachkrankenhaus für Lungenkrankheiten und Tuberkulose ernannt.
1984 Töpferei am Alten Ofen
Reni Matthias-Tauscher, aus der alteingesessenen Töpferfamilie Matthias in Crinitz stammend, eröffnete 1984 in Waldenburg ihre eigene Werkstatt.
1987 Neubaustandorte
1987 wird der Neubaustandort „Roter Graben“ erweitert und ein Neubaublock am Scheunenweg errichtet.
1989 Töpferei Grünert
Der Töpfergeselle Hans Grünert aus dem benachbarten Altenburg erwarb die frühere Töpferei Schulze. Sie ist die älteste noch existierende Töpferei in Waldenburg und wurde um die Mitte des 15. Jahrhunderts von Meister Andreas Schulze gegründet.
1991 Töpferei Körner
Verlagerung der 1983 gegründeten Töpferei von Gersdorf nach Waldenburg
1991 Keramikwerkstadt Waldenburg
Die Werkstatt von Peter Tauscher ist eine moderne Töpferei mit Schauwerkstatt, Café und Galerie
1992 Töpferei Lorenz
Seit 1992 arbeitete Roswita Lorenz, Tochter des Malers und Grafikers Carl-Heinz Westenburger, in einer eigenen Töpferwerkstatt in Waldenburg.
1993/1994 Gründung Europäisches Gymnasium
1993 wird der Förderverein gegründet. Der Trägerverein übernimmt 1994 mit seiner Gründung Gebäude und Gelände des Europäischen Gymnasium Waldenburg, 1998 verlassen die ersten Abiturienten die Schule. Gleichzeitig wird die Jugendkunstschule gegründet und zieht in den Ostflügel des Gebäudes ein.
1995 Hochwasser
1996 Bauland
1996 wurde das Erdbeerfeld der ehemaligen Gärtnerei zur Bebauung freigegeben, das Eigenheimgebiet „Am Erdbeerfeld“ entsteht
1996–2000 Kirche Franken wird Kulturzentrum
1996 Profanierung
1997–2000 Instandsetzungs- und Restaurierungsarbeiten
26. Mai 2000 feierliche Eröffnung der Kirche als Kulturzentrum des mittleren Muldentals, Begegnungs- und Veranstaltungszentrum
1998 Schließung TBC-Fachkrankenhaus
Schließung des Fachkrankenhaus für Lungenkrankheiten und Tuberkulose, welches bis dahin im Schloss untergebracht war
1999 Dürrenuhlsdorf, Franken, Schlagwitz, Schwaben eingemeindet
2000 Bauern- und Denkmalhof Schlagwitz saniert
Rekonstruktions- und Sanierungsarbeiten am Bauern- und Denkmalhof Schlagwitz: Es werden praktische Vorführungen von denkmalpflegerischen Ausbildungsinhalten gezeigt.
2002 Hochwasser
Sintflutartige Regenfälle hatten am 12. und 13. August ganz Sachsen in den Ausnahmezustand versetzt. Die Stadt Waldenburg und verschiedene Ortsteile waren auch von der Hochwasserkatastrophe betroffen. Der Oberwinkler Bach und die Zwickauer Mulde traten über die Ufer und die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr mussten zahlreiche Keller auspumpen. Die Mittelstadt, Vor dem Glauchauer Tor und der Grünfelder Park wurden durch die Überflutung stark geschädigt. Auch in Schlagwitz sah es ganz danach aus, als wollte der Damm nicht mehr halten. Doch dank des Einsatzes vieler fleißiger Kameraden und Helfer hielt er die Wassermassen ab.
2004 750-Jahr-Waldenburg
Große Feier mit Festumzug; die Resonanz begründete die dann für einige Zeit jährlich stattfindenden Stadtfeste
2005 Rekonstruktion Schloss
Der Landkreis lässt seit 2005 Sanierungs- und Rekonstruktionsarbeiten am fürstlichen Schloss durchführen. Dach, Fassade und Schlosskapelle erstrahlen für Besichtigungen, Konzerte, Trauungen und Festivitäten wieder im alten Glanz von 1912. Das Schloss wird als Veranstaltungsort für Feste und Feiern genutzt, beherbergt aber u. a. auch eine Physio- und Ergotherapie sowie ein Schlosscafé.
Zeitleiste ab 1800
1823 Postexpedition
Am 1. April wurde in Waldenburg, im „Goldenen Löwen“, eine Postexpedition eingerichtet. Ein Postbote beförderte zu Fuß die Postsachen wöchentlich fünfmal zwischen Waldenburg und Penig.
1823–1824 Lutherkirche
Bau der Lutherkirche in der Altstadt – nach einem Entwurf des Architekten Albert Geutebrück: Sie ist ein Nachfolgebau für die frühere etwa 500 Jahre alte Altstädter Kirche.
1838 Gräfe Wolle und Baumwolle
erstmalige Nennung von Gräfe, Alexander, wollene und baumwollene Waren
1839 Fahrpost
1839 wurde eine zweispännige Fahrpost Zwickau - Waldenburg - Penig eingerichtet, da Penig an der damals bedeutenden Postlinie Leipzig - Chemnitz - Annaberg lag.
1839 Moritz Meurer geboren
Ein großer Sohn unserer Stadt ist Professor Moritz Meurer (1839–1916), sein Vater war Archidiakonus in Waldenburg. Meurer war Kunstmaler und Kunsttheoretiker, er hatte die Kunstakademien zu Dresden und München besucht. Später war er in Berlin und viele Jahre in Rom tätig. Er gründete eine Kunstschule. Sein reichhaltiger Nachlass wird im Museum Naturalienkabinett aufbewahrt. An seinem Geburtshaus (Kirchplatz) ist eine Gedenktafel angebracht.
1843 Bau eines Krankenhauses
Fürst Otto Victor I. (1785–1859) lies im Andenken an seine verstorbene Tochter Marie Caroline (1818–1829) das Krankenhaus „Carolinenstift“ erbauen. Es war zu damaliger Zeit ein heller, moderner Krankenhausbau, in dem auch ein Altersheim untergebracht war. In späteren Jahren, nach dem 2. Weltkrieg, wurde noch eine Entbindungsstation eingerichtet.
1843 Färberei
Lehmann Conrad (später Wienhold) Färberei, Freiheitsplatz 3
1843 Gärtner, Kartonagenfabrikation, C.-W.-Richter-Platz 4
1844 Fürstlich schönburgisches Schullehrerseminar
Aus Waldenburger Sicht ist die Gründung des Lehrerseminars eine der erfolgreichsten Unternehmungen des Fürsten. Hören wir einen Augenzeugen: „Mit dem 26. Juli d. J. brach für Waldenburg der längst ersehnte, feierliche Tag an, an welchem das von Sr. Durchlaucht, Herrn Otto Victor, Fürsten und Herren von Schönburg, mit einem höchst bedeutenden Aufwand gestiftete Schullehrer-Seminar im Namen des hohen Gesammt-Consistorii zu Glauchau… eröffnet werden sollte.“ Durch die Bereitstellung eines Stammkapitals von 40.000 Talern wurde auch für den weiteren Unterhalt vorgesorgt, dazu kamen aus der bereits bestehenden Otto-Stiftung 6.500 Taler für „arme, würdige Zöglinge“. Fürst Otto Victor I. hielt – wie zu allen seinen Gründungen – zum Waldenburger Seminar stets engen Kontakt. Heute befindet sich in dem Gebäude das Europäische Gymnasium Waldenburg.
1844–1847 Museumsbau
Dieser Neubau war einer der frühesten Ausstellungszweckbauten. Ungefähr zeitgleich mit der Gründung des Waldenburger Seminars traf Fürst Otto Victor I. von Schönburg-Waldenburg (1785–1859) eine zweite Entscheidung von großer Tragweite für seine Residenzstadt. Er strebte die Gründung eines naturhistorischen Museums an. Eine kleine Mineraliensammlung machte 1839 den Anfang, eine Insekten- und Vogelsammlung mit 1.200 Tieren folgte. Der entscheidende Ankauf kam dann nach über einjährigen Verhandlungen 1840 zu Stande: für die enorme Summe von 3.300 Talern erwarb der Fürst das berühmte „Lincksche Raritätenkabinett“. Die Erwerbungen wurden zunächst im fürstlichen Reitbahngebäude ausgestellt, aber bereits 1845/1846 ließ der Fürst einen speziellen Bau errichten, dessen Obergeschoss als Museum konzipiert war, und in dem sich das Naturalienkabinett noch heute befindet. Dank glücklicher Umstände ist die Aufstellung der Exponate nie modernisiert worden, sie vermittelt einen in dieser Form nahezu einmaligen, authentischen Eindruck einer Sammlung aus der Entstehungszeit Mitte des 19. Jahrhunderts. Das Waldenburger Naturalienkabinett gehört zu den ältesten naturkundlichen Museen Deutschlands und ist bis heute ein beredtes Zeugnis für die Weitsicht und Großzügigkeit seines Gründers.
1848 Schlossbrand
Zerstörung der überformten Renaissanceanlage: Am 5.April traf den 63-jährigen Fürsten Otto Victor I. von Schönburg-Waldenburg eine Katastrophe. Durch revolutionäre Vorgänge wurde das Schloss von aufgebrachten Volksmassen gestürmt, nachmittags brannte das Schloss und war am nächsten Morgen nur noch ein rauchender Trümmerhaufen.
1858 Hochwasser
Höchstpegelstand von 4,11 Metern; 11 eingerissene und 70 beschädigte Häuser, Menschen kamen nicht zu Schaden
1851 Strumpfwarenfabrikation
Pätzmann-Leonhardt, Strumpfwarenfabrikation, Altenburger Str. 21 / Mittelstadt 8–10
1853 Neubau der Fürstlichen Kanzlei
Rekonstruktion des Bergfriedes vom abgebrannten Schloss
1855 Strumpf- und Handschuhfabrikation
Carl Heinrich Ernst Gräfe, Strumpf- und Handschuhfabrikation Altenburger Str. 38
1855–1859 Schlossneubau
mit Stilelementen der englischen Tudorgotik
1865 Dampfsägewerk
Michael Eckhardt (später Eckhardts Söhne), Dampfsägewerk/Baugeschäft, Altenburger Str. 37 / Teichgasse 10
1865 Schlosserei
August Mai, Schlosserei- und Schmiedewerkstatt, Altenburger Str. 5
1870 Färberei
Hahmann, später Maßmann, Färberei, Mittelstadt 14, („Alte Farbe“ / ab 1890 Gartenstraße 2)
1872 Gründung der Muldentaleisenbahngesellschaft Glauchau
Bau und Betrieb einer Eisenbahn zwischen Glauchau - Waldenburg - Wurzen: Als erster Abschnitt wurde die Strecke Glauchau – Waldenburg – Penig (18,5 km) in Angriff genommen. In vierjähriger Bauzeit waren für die ca. 82 km lange Strecke enorme Erd- und Felsarbeiten erforderlich. Die Anlagenkosten beliefen sich für diesen Streckenabschnitt auf 32,5 Millionen Mark. Eröffnung dieser Strecke am 10. Mai 1875.
1874 Korsettfabrikation
Grässer & Tenzler, Korsettfabrikation, später Glauchauer Str. 2
1876 Emil Abt, Posamente, Freiheitsplatz 6
1878 E. Kästner, Druckerei und Verlag, August-Bebel-Str. 2
1880 Korsettfabrikation
Gräfe & Hausold, Korsettfabrikation, Mittelstadt 13, August-Bebel-Str. 2
1881 Posamente
Kirchhof & Sonntag – Bruno Gehrenbeck, Posamente, Bahnhofstr. 25
1881 Haltestelle Güterverkehr
für den beschränkten Güterverkehr und erst 1909 für den öffentlichen Personen- und Gepäckverkehr eröffnet
1883 Korsettfabrikation
Carl Heinrich Ernst Gräfe, Korsettfabrikation, Altenburger Str. 38
1895 Elektrizitätswerk
Waldenburg gehörte zu den ersten Städten Sachsens, die derartige Werke gebaut haben. Hauptabnehmer war das Fürstlich schönburgische Lehrerseminar.
1903 Otto Victor II.
4. Fürst von Schönburg-Waldenburg wird Otto Victor II. (1882–1914), vermählt 1904 mit Eleonore Prinzessin zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg (1880–1965)
1904 1. Heimatfest
mit großem Festumzug aller Firmen, Vereine und Innungen
1906 Bahnhof
Seit 01. Mai 1906 führt der Bahnhof die Benennung „Waldenburg in Sachsen“, später Waldenburg (Sachs). Der Bahnhof erhielt u. a. ein Empfangsgebäude mit „Fürstenzimmer“, in dem sich nur die Mitglieder der Fürstlichen Familie von Schönburg bei Wartezeiten aufhielten.
1907 Gebrüder Vieweg, Emaillewerk, Niederwinkler Str. 1
1909 Handschuhfabrikation
Grobe (vorher Emil Gersdorf), Handschuhfabrikation, Töpfergasse 5 (heute Keramikwerkstatt)
1909–1912 Schlossumbau
Dieser Umbau gab Schloss Waldenburg seine heutige Gestalt. Er wurde durch Fürst Otto Viktor II. von Schönburg-Waldenburg (1882–1914) und seine Frau Eleonore von Sayn-Wittgenstein-Berleburg (1880–1965) in Auftrag gegeben.
1914 Fürst Günter
5. Fürst von Schönburg-Waldenburg wird Günther (1887–1960), vermählt 1926 mit Hertha Roetzschke (1890–1959)
1914–1918 I. Weltkrieg
In den Kriegswirren des 1. Weltkriegs gab es keine nennenswerten Zerstörungen zu beklagen.
1916 Strumpfwarenfabrikation
Balldauf Carl Paul, Strumpfwarenfabrikation, Vor dem Glauchauer Tor 11
1919 Wirkwarenfabrikation
Paul G. Weisse, Handschuh- und Wirkwarenfabrikation, Unterwäsche, Altenburger Str. 52
1919 Fortunabetten-Fabrikation
Tischlerei, Niederwinkler Str. 1
1920er Götze-Günther, Handschuhfabrikation, Altenburger Str. 64
1922 Kreysig & Kittler, Baugeschäft, Altenburger Straße / Ziegeleiweg
1923 Schuhhandels AG, Schuhfabrikation, Wagnergasse 4
1923 Notgelddruck durch die Druckerei Kästner
10. Oktober: Druck von 100-Millionen-Scheinen für 500 Milliarden Mark
20. Oktober: Druck von 1-Milliarden-Scheinen für 5500 Milliarden Mark für 5500 Milliarden Mark
25. Oktober: Druck von 20-Milliarden-Scheinen für 45 Billionen Mark
1925 Johannes Richter, Handschuhfabrikation, Wagnergasse 4
1924–1925 Kanalbau und Elektrizitätswerk
Bau des neuen Wasserkraftwerks an der Mulde im Grünfelder Park
1927 Das erste Sommerbad wurde vom Naturheilverein Waldenburg gegründet.
1928 Gebr. Hillig, Strumpffabrikation
Töpfergasse 5 (heute Keramikwerkstatt)
1928 Gustav Flämig, Haarwirkerei, Trikotagen, Grünfelder Str. 13
1928 Neubau Muldenbrücke
1929 2. Heimatfest
1938 Kämpfe, Körner & Co., Weberei, Spulerei, Mittelstadt 10
1939 Fortunabetten
Fabrikation in Waldenburg (vorher Remse), Bahnhofstr. 23
1939 Leonhardt, Konfektionsnäherei, Altenburger Str. 50
1939–45
In den Kriegswirren des 2. Weltkriegs gab es keine nennenswerten Zerstörungen zu beklagen.
Kriegsende
amerikanische (13. April 1945) und russische (13. Juni 1945) Truppen besetzen die Stadt
Enteignung von Schloss und sonstigen Liegenschaften, Übergang in Volkseigentum, Schloss wurde während des Krieges als Lazarett benutzt
Zeitleiste bis 1800
1143 Kloster Remse
Beginn planmäßiger größerer Rodungen und Urbarmachung unter Anweisung von Friedrich I. von Hohenstaufen, genannt: Barbarossa (1122–1190)
1165–1172 Errichtung der Burg Waldenburg
Erbauer waren Hugo von Wartha und Rudolph von Brand, beides Reichsministeriale, die vom Kaiser Friedrich I. Barbarossa (Regentschaft 1152–1190) den Auftrag zum Burgbau erhalten hatten.
1199 Hugo von Waldenburg
Urkundlich nachweisbar nannte sich Hugo von Wartha erstmals nach seinem neuen Stammsitz – Hugo von Waldenburg. Burg Waldenburg diente u. a. dem Schutz des Fernhandelswegs „Böhmische Straße“ (Semita Bohemica).
1226 älteste Überlieferung einer Muldenüberschwemmung
1254 Stadtgründung
Laut der unveröffentlichten Stadtchronik von Fritz Resch ist die Stadt 1254 gegründet worden. Über das Gründungsdatum ist viel spekuliert worden, eine wissenschaftlich haltbare Quelle ist zu diesem Datum nicht erhalten.
1336 Lehnsbrief
von König Ludwig dem Bayern (Regentschaft 1314–1347), urkundliche Nennung Waldenburgs in einer Passage: „Waldinberg Stat und Burg“
1378 Erbeinigung
Infolge einer Erbeinigung zwischen Johannes I. von Waldenburg und Friedrich von Schönburg-Hassenstein gelangte die Herrschaft Waldenburg und somit auch die Stadt 1378 in den Besitz der Herren von Schönburg.
1388 Töpferinnungsbrief
Friedrich XI. von Schönburg bestätigte den ältesten bekannten Innungsbrief für das Töpferhandwerk im mitteldeutschen Raum für die Waldenburger Töpferinnung.
1390 älteste urkundliche Erwähnung einer Schule
1425 schwerer Stadtbrand
die Stadt brannte bis auf 2 Häuser nieder
1430 Hussiten brennen Stadt, Burg und Altstadt nieder
1473 Kauf eines Bürgerhauses
Nutzung als Rathaus
1482 Töpfereien nach Stadtbrand in Altstadt
Es wird vermutet, dass die Töpfereien nach dem großen Stadtbrand in die Altstadt übersiedeln mussten.
1528–1531 Bau des ersten Rathauses
1529 Mühle wieder abgebrannt
hierbei kamen der Müller, sein Weib und seine 2 Töchter ums Leben
1531 Hochwasser
1541 Feuer im Gasthof ausgebrochen
30. November früh zwischen 3 und 4 Uhr ist in Asmus Heckels Gasthof Feuer ausgebrochen. Es sind 3 Häuser abgebrannt.
1542 Hugo I. führt Reformation ein
1573 Hochwasser
1576 Pest
In Waldenburg starben 200 Einwohner an der Pest.
1580 Stadtbrand
großer Stadtbrand im Februar: Die Ratschronik gibt an, dass „etliche 60 Häuser samt Kirche und Rathaus“ abgebrannt sind.
1618–48 30-jähriger Krieg
Waldenburg wird mehrfach besetzt und auch von der Pest heimgesucht
1633 Pest
389 Einwohner starben in Waldenburg an der Pest
1661 Hochwasser
1680 Pest
Als sich die Pest wieder eingeschlichen hatte, flüchteten die meisten Einwohner auf die umliegenden Felder und lebten dort etwa 11 Wochen in notdürftig errichteten Hütten.
1694 Hochwasser
1699 Räuberhauptmann Nickel List
Todesurteil für Räuberhauptmann Nickel List: Der Wirt von Beuta, geb. in der Eichlaide, war der berüchtigte Anführer einer Räuberbande, die alles stahl, was nicht „niet- und nagelfest“ war. Am 23. Mai 1699 wurde er gerädert und, da er noch lebte, enthauptet, der Kopf auf einen Pfahl genagelt und der Leib verbrannt.
1700 Haus Schönburg in Reichsgrafenstand
Durch Kaiser Leopold I. (1640–1705) wurde das Gesamthaus Schönburg in den erblichen Reichsgrafenstand erhoben.
1727 Stadtbrand
zerstörte einen Großteil der historischen Bausubstanz und das Rathaus
1731 Bau des heutigen Rathauses
Die Baugeschichte des Rathauses ist eng mit den Stadtbränden von 1580 und 1727 verknüpft, bei denen es völlig ausbrannte. Von 1727 bis 1731 erhielt es sein heutiges Aussehen. Im Rathaus gab es eine Weinstube. Der Weinschank war Vorrecht des Rates, er verpachtete die Ratsweinstube, die ab dem 16. Jahrhundert auch Übernachtungsmöglichkeiten bot. 1741 wurde der Altan mit darunter befindlicher Brotbank angebaut. Bis 1907 nutzten die Bäcker diesen Raum, um ihre Ware bei Jahr- und Wochenmärkten anzubieten. Nach baulichen Veränderungen 1998 wurde das Rathaus in historischen Räumen einige Jahre lang gastronomisch genutzt. Bis heute befindet sich darin die Stadtverwaltung.
1756–1763 Siebenjähriger Krieg
Am 3. September 1756 trafen in Waldenburg mit den Generalen von Zieten, von Zassrow und von Hülsen etwa 6.000 Soldaten mit Pulverwagen und Tross ein. Die Einquartierung traf die Bevölkerung hart, waren doch mitunter bis zu 40 Mann in manchen Häusern untergebracht.
1771 Hochwasser
eine Frau ertrunken
1777 Strumpfwarenfabrik
Fiedler-Härtel-Hermstedt, Strumpfwarenfabriktion, Markt 14–16 / Bahnhofstr. 23 (heute Waldenburger Bettwaren GmbH)
1780–95 Grünfelder Park
Anlegung von „Greenfield“ (Grünfelder Park) durch Otto Carl-Friedrich von Schönburg-Waldenburg. Er erwarb für die Erweiterung der Parkanlage angrenzende Ländereien. Gewonnene Eindrücke und Einflüsse, infolge zahlreicher Studienreisen nach Frankreich, England und deutsche Staaten, hat er in „Greenfield“ umgesetzt. Im Gegensatz zu den streng gegliederten und rein künstlich angelegten Parkanlagen der Renaissance und des Barock besaßen englische Anlagen den Charakter wenig berührter Natur. Im Park befinden sich z. B. das Tor „Der stillen Naturfreude“, die Grotte, das Badehaus, das Denkmal des Erstgeborenen, die Gesundheitsquelle, das Mausoleum, die Irminsäule und das Schlösschen mit Teehaus.
1784 Trinks Weberei
erstmalige Nennung von Trinks Weberei, C.-W.-Richter-Platz 3, einschl. Hintergebäude (Kirchplatz 2)
1789/1790 Färberei
„Fabrik“ Cattundruckerei, Färberei, Parkweg 3 / Am Gondelteich
1790 Otto Carl Friedrich in Reichsfürstenstand
Otto Carl Friedrich Graf von Schönburg-Waldenburg (1758–1800) wird in den Reichsfürstenstand erhoben
vermählt seit 1779 mit Henriette Eleonore Elisabeth Gräfin Reuß von Plauen zu Köstritz (1755–1829)